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Eine Nachricht aus präfaktischen Zeiten. Zu „Jacques Callot und die Erfindung des Individuums“ von Bernd Schuchter.

By on Nov 28, 2016

Vorneweg: Ich bin vorbelastet: Vor vielen Jahren, als Theaterwissenschaftler, in einem anderen Leben geradezu, habe ich mich selbst intensiv mit dem Zeichner und Radierer Jacques Callot beschäftigt. Die „Ikonographie der Commedia dell’arte“ (zu welcher Callot bekanntlich viel beigetragen hat) zählte zu meinen damaligen Leidenschaften und Schwerpunkten. Und ich besitze selbst einige wenn auch freilich unbedeutende Arbeiten des 1592 geborenen Kupferstechers. Es ist daher naheliegend, dass ich dieses Buch mit etwas Sachkenntnis, mit großem Interesse, Wohlwollen und nicht zuletzt einer gewissen unvermeidlichen Sentimentalität gelesen habe. Und ich muss sagen, ich habe es gern gelesen. Mit „Jacques Callot und die Erfindung des Individuums“ hat Bernd Schuchter ein tatsächlich bemerkenswertes und – im positivsten Sinne wie ich meine – ein „aus der Zeit gefallenes“ Buch...

Denn die Kultur kann man sich nicht ersparen. Dankesworte anlässlich der Verleihung der Kunstförderungspreise 2016 der Stadt Linz.

By on Nov 26, 2016

Am 25.11.2016 wurden die Kunstwürdigungspreise 2016 an Mag.a Susanne Blaimschein und Mag.a Beate Rathmayr, Walter Pilar, Parov Stelar, an das afo architekturforum oberösterreich und an dorf tv verliehen. Ich habe hierzu die Dankesworte geprochen und einige aktuelle grundsätzliche kulturpolitische Bemerkungen angeschlossen, die ich gerne teile. Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister, Vizebürgermeister, Mitglieder des Stadtsenats, des Gemeinderates, Mitglieder der Fachjurien. Man hat mich gebeten, im Namen der Preisträgerinnen und Preisträger unseren gemeinsamen Dank an Sie, an die Stadt Linz, auszusprechen. Dem komme ich hiermit gerne nach. Es freut uns, dass unser künstlerisches und kulturelleres Wirken als ein „außergewöhnlicher Beitrag in Linz und Österreich“ zu sehen ist. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger ist Ausdruck für die Vielfalt des...

Dinge auf den Kopf stellen. Ein subjektiver Lektürebericht zur “Schlacht um die Amerikanische Präsidentschaft”.

By on Nov 6, 2016

Because it’s in our brains … Die „Schlacht um das Weiße Haus“ (Kronen Zeitung u. 1000 andere) ist eine „Cross over Story“, wie sie Marvel (“Civil War”) und DC (“Final Crisis“) nicht viel anders machen würden. Mit unzähligen ineinander verwobenen „Tie-ins“, „Stories“ und „Metastories“. Ihre Spuren sind  geradezu überall. Wer nicht genau hinsieht spürt sie (und wer genau hinsieht findet sie auch), zum Beispiel auf den aktuellen (5.11.2016) Plakaten des Ing. Norbert Hofer:  Das Blau der Trump Kampagne (nicht nur) am Anzugjackett des „freundlichen Freiheitlichen“ (NZZ). Und das feierliche, stolze und im Grunde genommen überhaupt nicht österreichische Flaggenrot im Rücken des „Blauen mit dem freundlichen Gesicht“ (Salzburger Nachrichten). Gut und Böse. Stars and Stripes. Es ist wie damals, nach dem 29.04.2011, als William und Kate in der Westminster Abbey...

Keine andere Fassade ist möglich. Ich bin ein Fan der Ars Electronica!

By on Aug 17, 2016

  Sie zeigt längst nicht mehr nur die Welt wie sie anderswo ist: In Teilen der USA und Asiens und wahrscheinlich eines Tages auch bei uns! Außerdem ist sie natürlich schon viele Jahre nicht mehr nur die Zusammenrottung einer Handvoll „Bloßfüßiger“, die „ohnehin niemand ernst nimmt“ wie ein ORF Mitarbeiter in den Oberösterreichischen Nachrichten kürzlich von den misogynen Anfängen des Festivals berichtete. Was 2016 ein misslungener Scherz ist, war 1979 wohl noch ernst gemeint. (Und so bekommt man beim Zeitunglesen wieder einmal vorgeführt wie sich dieses Linz früher einmal anfühlte: Die nicht „Offene Stadt“. „A place not to be.“ (Dieser Wortwitz bleibt den Gästen der diesjährigen Prix Gala vorbehalten) Nein, ich bin deswegen ein Fan der Ars Electronica weil es ihr in angeblich „widersprüchlichen Zeiten“[1] stets gelingt, nahezu widerspruchsfrei zu bleiben. Darin ist sie ein...