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Die Unsichtbaren – Roman

By on Dec 29, 2016

„Sie waren wie Gespenster, kaum, daß sie überhaupt einen Platz einnahmen.“ Aus: Walker Percy, Die Wiederkehr. “Du sollst K. anrufen!“. Ein namenloser Erzähler kommt von der Kantine und findet diese Nachricht auf seinem Schreibtisch im Büro. K. ist ein Freund aus Jugendtagen. Ein ungleiches gegensätzliches Paar. Etwas ist passiert. Mit K. – und auch mit dem Erzähler. Die Nachricht bildet einen Wendepunkt. „Und dann habe ich das Gefühl, ein Schalter werde betätig, ein Wille, eine Entscheidung gefasst, die endgültig ist, ein geheimer Zusammenhang offenbare sich, ein von langer Hand geplant und vernichtender Schlag gegen den unsichtbaren Feind werde ausgeführt.“ Er macht sich auf den Weg, verbringt den Abend bei K., die Nacht in dessen Wohnung. Die Gespräche mit K., Erinnerungen und Wahrnehmungen verlieren sich zunehmend im Geheimnisvollen. „Und unser Leben kam mir vor wie eine...

„Ganz gleich, wohin wir fliehen, wir tragen unsere Kindheit mit uns und werden sie nicht los.“ Zum Erzählband „Rosen brechen“ von Leopold Federmair.

By on Dec 18, 2016

Was ist eine „Österreichische Erzählung“? Wer „Rosen brechen“, den 2016 im „Otto Müller Verlag“ erschienenen Erzählband des Autors und Übersetzers Leopold Federmair (Untertitel: „Österreichische Erzählungen“) in Händen hält, stellt sich unweigerlich diese Frage. Im Vorwort schreibt Federmair, am einfachen Beispiel von „Freilassing“ wie ein einziges Wort, das für den einen nahe und vertraut ist für andere (nämlich entfernter Lebende) exotisch und fremd klingt; stets also zur „Regionalität“ – wenn nicht in jedem, so doch in einem gelungenen Buch – auch „größere Horizonte“ (L.F.) parallel laufen. Federmairs „österreichische“ – oder vielmehr „oberösterreichische“ – Erzählungen sind „regional“ (und auch in ihrer jeweiligen Zeit) verortet und zugleich erscheinen sie seltsam zeit- und ortlos. Wie „Freilassing“ sind die Erzählungen also Beides: nahe und ferne....

Ich glaube an die Macht des Publizieren. Nur nicht ablenken lassen. Beitrag für die Radio FRO Programmzeitung.

By on Dec 16, 2016

Wohin geht es mit den Freien Medien? Was bringt uns die Zukunft. Und: Was ist zu tun. Nahezu 20 Jahre beschäftige ich mich mit diesen Fragen, theoretisch und den überwiegenden Teil davon auch praktisch. In Gesprächen, Artikeln und Statements, nachzulesen auf www.otre.at, habe ich stets einen (selbst)kritischen, manchmal spöttischen Ton angeschlagen. Ich habe den „Freien Medien“ geraten, nicht immer „nur dagegen“ zu sein. Nicht nur „im eigenen Saft“ zu schmoren. Immer auch das (zum Beispiel kommerzielle) Umfeld, den sogenannten „Markt“ zu verfolgen, die Branchenblätter zu lesen, darüber nachzudenken und sich zu fragen: Was heißt das für uns? Wie – und kann man denn überhaupt – entgegensteuern? Ich habe empfohlen, die „Kommerzialisierung“ nicht blind zu verteufeln, sondern auch zu verstehen wie andere ticken, und nicht zu glauben, das gehe einen gar nichts an, weil es dann...

Wie der Schelm tickt so denkt er. Der Schelm heisst Andi Wahl

By on Dec 4, 2016

Eine Replik auf die sogenannte “Wahlkolumne” in der aktuellen KUPF-Zeitung Der Schelm ist wieder einmal Andi Wahl. Sein „Tick“ sind zum Beispiel die „gesellschaftlichen Eliten“. Über „Kunststudierende“ ulkt er: „Seelenlose Kunstzombies“. Wenn auch A. Wahl in der KUPF Zeitung zu Recht den latenten Widerspruch anführt, dass „Leute aus der (Anm. OT: chronisch unterfinanzierten) Freien Szene in Linz“ gegen die Schließung der städtischen Einrichtung „Salzamt“ rebellieren, so entpuppt sich die aktuelle „Wahlkolumne“ ein paar Zeilen darauf schon als „klassischer Wahl“. (KennerInnen der Szene wissen was ich meine) Geradezu wie eine gefährliche Drohung hört es sich dann an wenn Wahl es „in der gegenwärtigen Logik des Kunstbetriebes“ generöserweise für „durchaus legitim“ befindet, dass Kunststudierende aus „Eigennutz“ gegen die Schließung des „Ausstellungs- und Atelierbetriebs“...