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„Ganz gleich, wohin wir fliehen, wir tragen unsere Kindheit mit uns und werden sie nicht los.“ Zum Erzählband „Rosen brechen“ von Leopold Federmair.

By on Dec 18, 2016

Was ist eine „Österreichische Erzählung“? Wer „Rosen brechen“, den 2016 im „Otto Müller Verlag“ erschienenen Erzählband des Autors und Übersetzers Leopold Federmair (Untertitel: „Österreichische Erzählungen“) in Händen hält, stellt sich unweigerlich diese Frage. Im Vorwort schreibt Federmair, am einfachen Beispiel von „Freilassing“ wie ein einziges Wort, das für den einen nahe und vertraut ist für andere (nämlich entfernter Lebende) exotisch und fremd klingt; stets also zur „Regionalität“ – wenn nicht in jedem, so doch in einem gelungenen Buch – auch „größere Horizonte“ (L.F.) parallel laufen. Federmairs „österreichische“ – oder vielmehr „oberösterreichische“ – Erzählungen sind „regional“ (und auch in ihrer jeweiligen Zeit) verortet und zugleich erscheinen sie seltsam zeit- und ortlos. Wie „Freilassing“ sind die Erzählungen also Beides: nahe und ferne....

Ich glaube an die Macht des Publizieren. Nur nicht ablenken lassen. Beitrag für die Radio FRO Programmzeitung.

By on Dec 16, 2016

Wohin geht es mit den Freien Medien? Was bringt uns die Zukunft. Und: Was ist zu tun. Nahezu 20 Jahre beschäftige ich mich mit diesen Fragen, theoretisch und den überwiegenden Teil davon auch praktisch. In Gesprächen, Artikeln und Statements, nachzulesen auf www.otre.at, habe ich stets einen (selbst)kritischen, manchmal spöttischen Ton angeschlagen. Ich habe den „Freien Medien“ geraten, nicht immer „nur dagegen“ zu sein. Nicht nur „im eigenen Saft“ zu schmoren. Immer auch das (zum Beispiel kommerzielle) Umfeld, den sogenannten „Markt“ zu verfolgen, die Branchenblätter zu lesen, darüber nachzudenken und sich zu fragen: Was heißt das für uns? Wie – und kann man denn überhaupt – entgegensteuern? Ich habe empfohlen, die „Kommerzialisierung“ nicht blind zu verteufeln, sondern auch zu verstehen wie andere ticken, und nicht zu glauben, das gehe einen gar nichts an, weil es dann...

Wie der Schelm tickt so denkt er. Der Schelm heisst Andi Wahl

By on Dec 4, 2016

Eine Replik auf die sogenannte “Wahlkolumne” in der aktuellen KUPF-Zeitung Der Schelm ist wieder einmal Andi Wahl. Sein „Tick“ sind zum Beispiel die „gesellschaftlichen Eliten“. Über „Kunststudierende“ ulkt er: „Seelenlose Kunstzombies“. Wenn auch A. Wahl in der KUPF Zeitung zu Recht den latenten Widerspruch anführt, dass „Leute aus der (Anm. OT: chronisch unterfinanzierten) Freien Szene in Linz“ gegen die Schließung der städtischen Einrichtung „Salzamt“ rebellieren, so entpuppt sich die aktuelle „Wahlkolumne“ ein paar Zeilen darauf schon als „klassischer Wahl“. (KennerInnen der Szene wissen was ich meine) Geradezu wie eine gefährliche Drohung hört es sich dann an wenn Wahl es „in der gegenwärtigen Logik des Kunstbetriebes“ generöserweise für „durchaus legitim“ befindet, dass Kunststudierende aus „Eigennutz“ gegen die Schließung des „Ausstellungs- und Atelierbetriebs“...

Eine Nachricht aus präfaktischen Zeiten. Zu „Jacques Callot und die Erfindung des Individuums“ von Bernd Schuchter.

By on Nov 28, 2016

Vorneweg: Ich bin vorbelastet: Vor vielen Jahren, als Theaterwissenschaftler, in einem anderen Leben geradezu, habe ich mich selbst intensiv mit dem Zeichner und Radierer Jacques Callot beschäftigt. Die „Ikonographie der Commedia dell’arte“ (zu welcher Callot bekanntlich viel beigetragen hat) zählte zu meinen damaligen Leidenschaften und Schwerpunkten. Und ich besitze selbst einige wenn auch freilich unbedeutende Arbeiten des 1592 geborenen Kupferstechers. Es ist daher naheliegend, dass ich dieses Buch mit etwas Sachkenntnis, mit großem Interesse, Wohlwollen und nicht zuletzt einer gewissen unvermeidlichen Sentimentalität gelesen habe. Und ich muss sagen, ich habe es gern gelesen. Mit „Jacques Callot und die Erfindung des Individuums“ hat Bernd Schuchter ein tatsächlich bemerkenswertes und – im positivsten Sinne wie ich meine – ein „aus der Zeit gefallenes“ Buch...

Denn die Kultur kann man sich nicht ersparen. Dankesworte anlässlich der Verleihung der Kunstförderungspreise 2016 der Stadt Linz.

By on Nov 26, 2016

Am 25.11.2016 wurden die Kunstwürdigungspreise 2016 an Mag.a Susanne Blaimschein und Mag.a Beate Rathmayr, Walter Pilar, Parov Stelar, an das afo architekturforum oberösterreich und an dorf tv verliehen. Ich habe hierzu die Dankesworte geprochen und einige aktuelle grundsätzliche kulturpolitische Bemerkungen angeschlossen, die ich gerne teile. Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister, Vizebürgermeister, Mitglieder des Stadtsenats, des Gemeinderates, Mitglieder der Fachjurien. Man hat mich gebeten, im Namen der Preisträgerinnen und Preisträger unseren gemeinsamen Dank an Sie, an die Stadt Linz, auszusprechen. Dem komme ich hiermit gerne nach. Es freut uns, dass unser künstlerisches und kulturelleres Wirken als ein „außergewöhnlicher Beitrag in Linz und Österreich“ zu sehen ist. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger ist Ausdruck für die Vielfalt des...

Dinge auf den Kopf stellen. Ein subjektiver Lektürebericht zur “Schlacht um die Amerikanische Präsidentschaft”.

By on Nov 6, 2016

Because it’s in our brains … Die „Schlacht um das Weiße Haus“ (Kronen Zeitung u. 1000 andere) ist eine „Cross over Story“, wie sie Marvel (“Civil War”) und DC (“Final Crisis“) nicht viel anders machen würden. Mit unzähligen ineinander verwobenen „Tie-ins“, „Stories“ und „Metastories“. Ihre Spuren sind  geradezu überall. Wer nicht genau hinsieht spürt sie (und wer genau hinsieht findet sie auch), zum Beispiel auf den aktuellen (5.11.2016) Plakaten des Ing. Norbert Hofer:  Das Blau der Trump Kampagne (nicht nur) am Anzugjackett des „freundlichen Freiheitlichen“ (NZZ). Und das feierliche, stolze und im Grunde genommen überhaupt nicht österreichische Flaggenrot im Rücken des „Blauen mit dem freundlichen Gesicht“ (Salzburger Nachrichten). Gut und Böse. Stars and Stripes. Es ist wie damals, nach dem 29.04.2011, als William und Kate in der Westminster Abbey...