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Wie der Schelm tickt so denkt er. Der Schelm heisst Andi Wahl

By on Dec 4, 2016

Eine Replik auf die sogenannte “Wahlkolumne” in der aktuellen KUPF-Zeitung

Der Schelm ist wieder einmal Andi Wahl. Sein „Tick“ sind zum Beispiel die „gesellschaftlichen Eliten“. Über „Kunststudierende“ ulkt er: „Seelenlose Kunstzombies“.

Wenn auch A. Wahl in der KUPF Zeitung zu Recht den latenten Widerspruch anführt, dass „Leute aus der (Anm. OT: chronisch unterfinanzierten) Freien Szene in Linz“ gegen die Schließung der städtischen Einrichtung „Salzamt“ rebellieren, so entpuppt sich die aktuelle „Wahlkolumne“ ein paar Zeilen darauf schon als „klassischer Wahl“. (KennerInnen der Szene wissen was ich meine)

Geradezu wie eine gefährliche Drohung hört es sich dann an wenn Wahl es „in der gegenwärtigen Logik des Kunstbetriebes“ generöserweise für „durchaus legitim“ befindet, dass Kunststudierende aus „Eigennutz“ gegen die Schließung des „Ausstellungs- und Atelierbetriebs“ Salzamt „auf die Barrikaden“ steigen, um so ihren „Marktwert“ zu steigern. Wohlgemerkt: „gegenwärtig“. In der klassen- und kunstlosen Gesellschaft soll später einmal auch dieser „Markt“ vermutlich Geschichte sein.

Salzamt „zuadraht“: Selber schuld, meint der Schelm Wahl. Hättens halt was gescheites lernen sollen. „No ja … da mias wida de g’schtopften in oasch greuln“ lesen wir als Antwort im zur „Wahlkolumne“ passenden (und diesmal wirklich unpassenden) Cartoon von Stephan Gassner gleich daneben. Tja, lustig ist das nicht mehr.

Es ist dieser (linke?) Antielitismus, das (linke?) Gesudere gegen „die da oben“, das Gerede von KünstlerInnen als „Arschkriechern“, die Wut auf die „Gstopften“ und das vermeintliche “Establishment”, das Geraune über Kulturschaffende, die sich „in den Annehmlichkeiten eines … organiserten Galerie- und Atelierbetriebs verlieren“ …

Kurz gesagt: Wir haben es hier mit einer linksmeinenden Kunstfeindlichkeit zu tun, die sich 1:1 in das Narrativ der Rechten einpasst. Beides, Wahls witzlose Kolumne und Gassners Cartoon könnte man genauso gut im „Wochenblick“ abdrucken. Schade. Die KUPF-Zeitung auf Stammtischniveau.

Und weil heute auch der 4.12.2016 ist. Dem zitierten Narrativ zufolge wird auch gegen das „Establishment“ abgestimmt: Freunde: Ihr gießt nicht Wasser, sondern Öl ins Feuer!
Und natürlich: Ich entschuldige mich nicht.